Aktuell 2018/2019
Tag der Offenen Tür an der FDIBA der TU Sofia
Die Suche nach der passendsten Universität ist bekannter Weise für Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler wegen des großen Angebots an Unis in der EU meistens eine ziemlich mühselige. Doch nur eine Metro-Station von der DSS entfernt befindet sich eine Hochschule, die eine einzigartige Mischung aus einer deutschen und bulgarischen Umgebung anbietet. Die Rede ist von der deutschen Fakultät der TU-Sofia (FDIBA - Fakultät für deutsche Ingenieur- und Betriebswirtschaftsausbildung), die seit Jahren mit deutsche Elitehochschulen, wie z.B. dem Karlsruher Institut für Technologie und der Universität Braunschweig kooperiert, um deren Studiengänge auch hier in Bulgarien anzubieten. Am vergangenen Donnerstag hatte die Fakultät ihren Tag der Offenen Tür – und einige Schüler der DS Sofia waren anwesend. Das Besondere an dieser Partnerschaft zwischen der FDIBA und den deutschen Unis ist, dass Studenten, bei durchgängig guten Noten, am Ende des Studiums ein doppeltes Diplom erhalten - eins von der TU-Sofia und eins von der jeweiligen deutschen TU, als ob er/sie an der eigentlichen Uni in Deutschland studiert hat. Die Studiengänge, die meistens technisch oder Business-orientiert sind, werden von deutschen bzw. bulgarischen Lehrkräften mit spezieller Ausbildung unterrichtet, und die Stundenpläne sind eins zu eins identisch mit dem an den deutschen Unis. Zusätzlich müssen Studenten ein Semester in der deutschen Partneruniversität absolvieren. Die FDIBA ist jedoch nicht nur mit dem Ziel entwickelt worden, die gleichen deutschen Studiengänge in Bulgarien einfach zu wiedergeben. Durch diese Partnerschaft versucht die Fakultät bulgarische Schüler in das deutsche System der Hochschulbildung zu integrieren, so dass sie ihre weitere Fortbildung (z.B. Masters) in Deutschland fortsetzen können. Deshalb werden den Studenten der FDIBA Deutsch-Kurse angeboten, mit dem sie ihre Deutsch Kenntnisse verbessern, oder auch nur ihre Fachsprache für ein bestimmtes Fach ergänzen können. Diese Kurse werden für Schüler mit den verschiedensten Deutsch-Kenntissen zur Verfügung gestellt, d.h. es können mehr als nur Anfänger von diesen profitieren. Im Vergleich zu den Partneruniversitäten sind die Klassen der FDIBA ziemlich klein - ca. zehn Studenten pro Klasse. Unterrichtet wird deshalb nicht in großen Hörsälen, sondern in gewöhnlichen Klassenzimmern. Obwohl es deshalb leichter ist Fragen zu stellen, hat die niedrige Studentenquote aber auch gewisse Nachteile. Wir hatten die Möglichkeit mehrere Labore zu besichtigen, wie z.B. die Computerräume und das Physiklabor, wo Studenten durch Experimente neue Konzepte aus der Physik erlernen können. Leider wurde uns die Werkstatt der Fakultät nicht gezeigt (und unser Guide kannte sich auch mit deren Ausstattung nicht aus), jedoch wurde mir gesagt, ich soll nicht erwarten, dass sie besonders gut ausgestattet ist, gerade weil die FDIBA nicht viele Schüler hat. Die anderen Fakultäten der TU-Sofia haben aber andere solche Werkstätten, die auch FDIBA-Studenten benutzten dürfen. Die kleinen Klassen, die deutsche Umgebung, das saubere und renovierte Gebäude erinnerten mich sehr an die Atmosphäre an der DSS, halt nur in Form einer Hochschule. Diese Uni ist auf jeden Fall eine Berücksichtigung wert, insbesondere für die, die sich unsicher sind, ob sie nach der zwölften Klasse ins Ausland ziehen möchten, oder für die, die an ihren Sprachkenntnissen zweifeln. Mehr Informationen über die verschiedenen Studiengänge und die Partner-Unis sind auf der Webseite der FDIBA (www.fdiba.tu-sofia.bg) erhältlich. Izak Kanter, 11 |